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16.05.2003
Live-Reportage von den Jahnwiesen, WDRpunkt Köln, WDR-Fernsehen am 13.5.2003, ca. 17:45 Uhr:

Hier der Wortlaut des Interviews im WDR-Fernsehen mit folgenden Teilnehmern:

Marlene Lufen (WDR), Jörg Neuheiser (Stauss und Behinderungen, Bunte Liga), Hans Rütten (Geschäftsführer der Sportstätten GmbH), Dieter Sanden (Leiter des Sportamts der Stadt Köln)


Moderator:


"Und jetzt geht es bei uns um Fußball, aber nicht um den FC, sondern um die vielen Kölner Freizeitkicker, die abends und am Wochenende spielen. Viele machen das auf der Jahnwiese gegenüber vom Stadion, dafür zahlen sie 15 € ans Sportamt. Jetzt will aber die Sportstätten GmbH die Jahnwiese übernehmen. Marlene Lufen ist auf der Jahnwiese; was würde das denn bedeuten für die Freizeitkicker?"



M. Lufen:

"Das weiß man noch nicht s genau, und ich glaube, genau das ist das Problem. Um die Jahnwiese hier im Hintergrund geht es, hier wird Mannschafts- und Hobbysport betrieben, Jugendmannschaften und u. a. die Bunte Liga spielen hier. Das ist ein lockerer Zusammenschluß von 48 Mannschaften, Hobby-mannschaften, die eine eigene Liga haben und auch einen eigenen Pokal ausspielen. Und die u. a. haben eben die Sorge, dass wenn die Nutzung dieser Stadionvorwiesen uznd Jahnwiesen neu organsiert wird, das dann der Hobbysport hinten durchfällt. Und, Du hast es angedeutet, die Sportstätten GmbH möchte diese Nutzung eben selbst in die Hand nehmen und bald wird es ein Gutachten geben, das der Stadt Köln dann vorliegt, wie man diese Wiesen nutzen könnte. Jörg Neuheiser ist einer von denen, die hier kicken und in der Bunten Liga spielen. Was ist genau ihre Sorge?"



J. Neuheiser:
"Wir haben Angst, dass die Jahnwiesen dem Breitensport verloren gehen. Wir spielen hier mit einigen tausend Menschen regelmäßig Sonntag für Sonntag, oft auch unter der Woche, Fußball und für uns wäre es natürlich ganz schlimm, wenn die Kosten für diese Nutzung sehr stark steigen würden oder eine kommerzielle Nutzung der Flächen die Bespielbarkeit ganz wegnehmen würde."



M. Lufen:
"Woraus schließen sie denn, dass es z. B. teurer werden könnte?"



J. Neuheiser:
"Wir wissen ja alle nichts Genaues. Seit einigen Wochen erfahrt man aus der Presse, aus dem Rundfunk von Planungen zur Privatieiserung dieser Flächen - da ist davon die Rede gewesen."



M. Lufen:
"Hans Rütten ist auch noch bei uns, der ist von der Sportstätten GmbH. Jetzt gebe ich die Sorgen einfach mal direkt weiter. Was haben sie denn vor mit den Jahnwiesen?"



H. Rütten:
"Nichts anderes als das, was bisher hier stattfindet, und das zu den gleichen Bedingungen für die Nutzer. Dass heißt, es wird niemand andere Bedingungen vorfinden, es wird niemand zahlen müssen - das, was er jetzt zahlt, wird beibehalten werden. Es wird keine anderen Regelungen geben."



M. Lufen:
"Aber wo ist denn für sie dann der Nutzen, wenn alles so bleibt, wie es ist?"



H. Rütten:
"Der Nutzen für uns liegt in der Verfügbarkeit und in der Regie und im schnellen Zugriff, das ist der Vorteil, wenn wir diese Flächen mit vermarkten. Gleichzeitig müssen wir ganz klar darstellen, dass der Breiten-, Amateur- und Freizeitsport seine Nutzung hier beibehält, ganz klar."



M. Lufen: "Sie hatten im Vorgespräch gesagt, dass der Wunsch besteht, dass mehr Großveranstaltungen hier stattfinden könnten. Ich habe mich mal informiert, ungefähr 17 bis 20 Großveranstaltungen finden im Moment pro Jahr hier statt, ist das so die Größenordnung, die sie sich vorstellen?"



H. Rütten:
"Das wird es sein, es kann sicherlich sein, dass die eine oder andere dazu kommt, aber es wird sich hier nicht um eine Verdoppelung oder noch eine Vergößerung oder Ausweitung handeln."



M. Lufen:
"Dieter Sanden ist auch noch bei uns, der ist vom Sportamt in Köln. Bei ihm werden die 15 € entrichtet. Was ist denn schief gelaufen, wenn die Kicker so in Sorge sind. Hätte man die vielleicht besser informieren müssen?"



D. Sanden:
"Das weiß ich jetzt nicht. Wir vom Sportamt bieten uns gerne an, weiter diese Flächen dem Breitensport zur Verfügung zu stellen. Wir sind auch in der Lage, für Großveranstaltungen diese Flächen zur Verfügung zu stellen. Wir koordinieren die unterschiedlichen Interessen und denken, es kann schon so bleiben, wie es bisher war."



M. Lufen:
"Also, wenn es so bleiben würde, wie es bisher ist, dann sind wahrscheinlich alle ganz zufrieden. Wir können vielleicht das Fazit ziehen, dass wir auf jeden Fall für ein bißchen Aufklärung gesorgt haben, die Sorgen genommen haben und wir haben Herrn Rütten festgenagelt, dass es nicht teurer wird, also haben wir doch was erreicht."



Moderator:
"Danke schön, Marlene Lufen war das, live von der Jahnwiese."

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