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19.05.2003
„Jahnwiese für alle – wir bleiben am Ball“

Bunte Liga Köln weiterhin besorgt um Breitensport am Stadion


Angesichts der jüngsten Meldungen zur geplanten Privatisierung der Sportflächen im Umfeld des Müngersdorfer Stadions bekräftigt Rudolf von Schorlemer, Chef-Organisator der Bunten Liga: „Die Jahnwiese ist das Herz des Kölner Breitensports und absolut einmalig in der Stadt. Der Verlust der Wiesen würde nicht nur für die Kicker der Bunten Liga, sondern für viele Vereine und Nachwuchsportler das Ende bedeuten. Es geht nicht um ein paar Meter Ra-sen, sondern um die Freizeit von einigen tausend Kölnerinnen und Kölnern.“

Alles nur ein Mißverständnis?



Vor zwei Wochen reagierte die Bunte Liga Köln auf Meldungen über eine bevorstehende Privatisierung der Flächen um das Stadion mit ihrer Initiative „Jahnwiese für alle“ zur Rettung der Spielfelder für den Breitensport. „Machen Sie sich keine Sorgen“, sagt dazu Hans Rütten, Geschäftsführer der Sportstätten GmbH, die das RheinEnergie-Stadion vermarktet und im Gegenzug für Investitionen zur Verschönerung des Stadionumfelds zur Fußball-WM die Ü-bertragung der Flächen in ihren Besitz fordert.

In einem Interview mit dem WDR Fernsehen versprach er vor laufender Kamera, dass die Nutzungsbedingungen für den Breitensport auch nach einem Besitzwechsel der Sportflächen unverändert blieben. Ähnlich äußerte sich auch Dieter Sanden, Leiter des Sportamts der Stadt Köln. Zwar würde man im Sportamt am liebsten nichts an der bisherigen Situation verändern und die Spielflächen für den Breitensport auch weiterhin selbst verwalten, aber durch die nach dem Umbau des Stadions notwendigen Investitionen im Umfeld sei der Breitensport nicht gefährdet.

Bunte Liga bleibt skeptisch

Doch die Vertreter der Bunten Liga bleiben skeptisch. Mit gutem Grund. Zwei Tage nach dem Interview mit dem WDR kündigt Hans Rütten die Vorlage eines vom Sportausschuß der Stadt in Auftrag gegebenen Gutachten zur Prüfung der weiteren Verwaltung der Flächen um das Stadions an. Vom Breitensport ist dabei nur noch am Rande die Rede, die Investitionen im Stadionumfeld werden ultimativ an die Übertragung der Flächen gebunden und ihre kommerzielle Nutzung gefordert – 450.000 € Einnahmen pro Jahr sollen über Großveranstaltungen auf den Wiesen erzielt werden. Zwar sollen die jetzigen Nutzungsbedingungen beibehalten werden, aber Rütten betont die kommerziellen Aspekte einer Flächenübertragung und spricht von „spürbaren Einschränkungen der heutigen Nutzung“, ohne klar zu stellen, was damit gemeint ist.

In der Bunten Liga ahnt man, wie sich gleiche Nutzungsbedingungen und spürbare Ein-schränkungen vereinbaren lassen: „Mittwochs morgens kann dann vielleicht weiter Breitensport betrieben werden, am Wochenende aber dürfen die Kicker mit dem Leder am Fuß durch große Autoausstellungen dribbeln oder sich mit Blick auf die VIP-Zelte zahlungskräftiger Stadionbesucher von den Spielen vergangener Zeiten berichten“, vermutet Jörg Neuheiser, einer der über 800 Hobbykicker in der Bunten Liga, die regelmäßig am Wochenende auf der Jahnwiese spielen.


Weiter Druck machen


Damit am Ende trotz aller Bekenntnisse zum Breitensport nicht doch der Wegfall der Spielflächen steht, wollen die Kicker der Bunten Liga weiter Druck auf die Entscheidungsträger in Parteien und Verwaltung machen. „Wir wollen, dass die Wiesen auch weiterhin von der Stadt Köln für den Breitensport zur Verfügung gestellt werden," sagt Birgit Born-Bentfeld, Presseprecherin der Bunten Liga. „Auf jeden Fall muß die Nutzung durch den Breitensport si-chergestellt werden – notfalls durch eindeutige Auflagen und vertragliche Bindungen bei ei-ner Übertragung der Flächen.“

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