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12.06.2003
Bericht im KStA - Breitensportler in Sorge

Die Jahnwiese in Müngersdorf ist die bevorzugte Spielstätte für die Mannschaften der „Bunten Liga“. Die Organisatoren machen sich nun Sorge um die Zukunft der Liga.


Die „Bunte Liga“ hat die Aktion „Jahnwiese für alle“ gestartet. Die Freizeit-Fußballer sorgen sich um die Zukunft der großen Rasenfläche gegenüber dem Stadion.


Müngersdorf - „Das Herz des Kölner Freizeitsports ist in Gefahr“, befürchtet Rudolf von Schorlemer wenn Jahnwiese und Stadionvorwiesen von der Stadtverwaltung an die städtische Sportstätten GmbH verkauft würden. Sorgen machen dem Organisator der „Bunten Liga“, einem Zusammenschluss von 48 Freizeit-Fußballmannschaften, Überlegungen in der Verwaltung zur Neuordnung der Zuständigkeiten. Diese sehen unter anderem vor, auch die Rasenflächen der Sportstätten GmbH - bisher verwaltet und vermietet die Gesellschaft im Müngersdorfer Sportpark schon das RheinEnergieStadion und das Radstadion - zu übertragen.

„Was passiert, wenn öffentliche Flächen privatisiert werden“, fragte sich dann auch Roland Schüler, Grünen-Bezirksvertreter, der zu dem Gespräch über die Zukunft der Jahnwiese in das Bezirksrathaus eingeladen hatte. Ziel einer Gesellschaft sei es, Gewinne zu machen - und nicht den Breitensport zu fördern, sieht Schüler eine Gefahr. Dagegen betonte Norbert Hoffmann vom Betriebs- und Veranstaltungsmanagement der Sportstätten GmbH, dass es keine umwälzende Veränderungen gebe, wenn die Jahnwiese seinem Unternehmen übertragen werden sollte. Davon abgesehen sei vieles im Gespräch - und noch nichts entschieden. „Der Breitensport wird auch bei uns ganz vorne stehen“, versicherte Hoffmann aber vorsichtshalber. „Wir werden uns für den Erhalt des Freizeitsports in seiner aktuellen Qualität einsetzen“, versprach Hoffmann.



Skeptischer beurteilte Dieter Sanden, Leiter des Sportamtes, diese Überlegungen. „Die Jahnwiese und die Vorwiesen sind ein Glücksfall für den Breitensport in Köln. Ich weiß nicht, warum die Zuständigkeiten dafür geändert werden sollten“, sprach sich Sanden für den Verbleib der Flächen in seinem Amt aus. Im Gegensatz zu einer Gesellschaft, die für die Nutzung der Spielfelder Marktpreise verlangen müssten, habe sein Amt bei der Gebührenfestsetzung die Sportförderung im Blick, erklärte der Sportamtsleiter.



Um sicherzustellen, dass die Jahnwiese auch in Zukunft zu annehmbaren Gebühren von Breitensportlern gemietet werden kann, hat die Bunte Liga im Internet eine Unterschriften-Aktion gestartet. „Nicht nur für unsere 1000 Fußballer ist die Wiese die Hauptspielstätte, auch zahlreiche andere Gruppen nutzen sie organisiert oder spontan“, erklärt von Schorlemer.

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