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01.08.2006
Sportplatz-Sanierung nach WM verzögert sich

Als hätte man es geahnt - Plötzlich gibt es Verzögerungen bei der Wiederherstellung der Plätze für den Breitensport.

Der Kölner Stadt-Anzeiger widmet sich heute erneut der Thematik der durch Großveranstaltungen zerstörten Sportflächen.


Köner Stadt-Anzeiger v. 01.08.2006
vonPeter Berger und Mathias Pesch 01.08.06, 07:16h


Köln - Die Sanierung der Sportplätze vor dem Rhein-Energie-Stadion und auf der Westkampfbahn verzögert sich wohl bis zum kommenden Jahr, weil das städtische Sportamt die erforderliche Ausschreibung nicht rechtzeitig auf den Weg gebracht hat. Wie der „Kölner Stadt-Anzeiger“ erfuhr, sollte mit den Arbeiten eigentlich direkt nach den Kölner Spielen der Fußball-Weltmeisterschaft begonnen werden. Bisher ist aber gerade erst das Leistungsverzeichnis der anstehenden Arbeiten erstellt, die Ausschreibung muss erst noch erfolgen. Im Winterhalbjahr können die Arbeiten jedoch nicht ausgeführt werden.

Die Vorwiesen sind durch die VIP-Zelte zerstört, die Westkampfbahn wird derzeit noch als Stellfläche für die beiden Robbie-Williams-Konzerte in der kommenden Woche benötigt. Die für die Reparatur der Plätze erforderlichen Gelder stehen aus WM-Mitteln zur Verfügung. Man habe durch die intensiven Arbeiten vor der WM keine Kapazitäten gehabt, sich um die Ausschreibung zu kümmern, sagte Gabriele Hammerer, stellvertretende Leiterin des Sportamts. Das sei der Grund für die jetzt eintretenden Verzögerungen.

Die sichtbaren Spuren, die die WM-Zelte auf den Vorwiesen hinterlassen haben, zwingen auch die „Bunte Liga“ zur Umplanung. „Wir müssen unser Kleinfeld-Turnier am 12. / 13. August auf die Plätze am Salzburger Weg verlegen“, sagt Rudolf Capelli, Mitorganisator der Liga, in der seit Jahren Teams „von Studenten und Taxifahrern, Ärzten und Rechtsanwälten“ gegeneinander antreten. Was ihm allerdings viel mehr Sorgen macht als dieser Ortswechsel, ist die Situation auf der Jahnwiese. Capelli glaubt nicht, dass die Plätze nach den Robbie-Williams-Konzerten so schnell wieder hergerichtet werden können, dass die Liga mit ihren 43 Teams wie geplant am 17. August in die neue Saison starten kann. „Ich bin sehr, sehr skeptisch“, sagt Capelli. Dabei hätten sowohl die Liga als Veranstalter als auch einzelne Mannschaften die Platzmiete längst überwiesen. Capelli befürchtet zudem, dass die diesjährigen Konzerte zum „Präzedenzfall“ werden könnten: „Wenn solche Großveranstaltungen einreißen, dann kann man einen geregelten Spielbetrieb für den Breitensport dort vergessen.“

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