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18.03.2003
Kölner Stadt-Anzeiger - Neuer Glanz hat seinen Preis

Die Sportstätten GmbH will die Flächen rund um das Rhein-Energie-Stadion von der Stadt übernehmen und bis zur WM 2006 aufpolieren. Diese Vermarktung träfe die Hobbysportler.


Die Sportstätten GmbH will die Flächen rund um das Rhein-Energie-Stadion von der Stadt übernehmen und bis zur WM 2006 aufpolieren.

Das neue Rhein-Energie-Stadion gehört ihr schon, die Nebengebäude ebenfalls. Jetzt streckt die Sportstätten GmbH auch ihre Fühler nach den Anlagen im Sportpark Müngersdorf von der Aachener Straße bis einschließlich der Jahnwiese aus. „Wenn wir das neue Stadion jenseits des Pachtvertrags mit dem 1. FC Köln erfolgreich vermarkten wollen, müssen wir auch den Zugriff auf das Umfeld haben“, sagt Hans Rütten, Chef der Sportstätten GmbH. Es gebe bereits jetzt Anfragen von Unternehmen, die das komplette Areal für Veranstaltungen nutzen wollten.

In Abstimmung mit dem Aufsichtsrat der Sportstätten GmbH will Rütten der Stadt ein Geschäft vorschlagen: Ihr überlasst uns das Gelände, dafür möbeln wir es auf, investieren bis zur Fußball-Weltmeisterschaft 2006 zwischen acht und 15 Millionen Euro. Darin enthalten sei die Sanierung der Fassaden des denkmalgeschützten Eingangsbereichs, die Anlage neuer Wege und neue Bepflanzung. Ein gründliches Aufputzen bis hin zum letzten Blumenkübel, denn „so können wir das Umfeld bei der WM nicht präsentieren“, sagt Rütten. Natürlich seien die Umfeld-Verbesserungen alles freiwillige Leistungen und vom Fußball-Weltverband Fifa nicht vorgeschrieben. Niemand könne aber ernsthaft wollen, dass Köln rund um die neue Arena „kaputte Gehwegplatten und Beton-Blumenkübel aus den 70er Jahren präsentiere“, so Rütten. Die Übertragung des Geländes hätte aber auch Folgen für den Freizeitsport. „Wenn wir das Stadion vermarkten, können wir auf den Jahnwiesen nicht mehr alle Hobbysportler für ein symbolisches Nutzungsentgelt spielen lassen.“ In Zeiten knapper Kassen müsse die Politik entscheiden, welchen Weg sie beschreiten wolle. Aus der Stadtkasse lasse sich das Sanierung des Stadion-Umfelds wohl kaum bezahlen.

Auf eigene Rechnung hat die Sportstätten GmbH deshalb ein Gutachten in Auftrag gegeben, das sich mit dem Stadion-Umfeld befasst. Ein weiteres Gutachten beschäftigt sich mit der Umwandlung der Organisationsstruktur, sprich der Überlassung des Geländes an die Sportstätten GmbH. „Wir haben die Gutachten in Abstimmung mit unserem Aufsichtsrat in Auftrag gegeben, weil die Zeit drängt. Im nächsten Jahr müssen wir mit den Arbeiten beginnen.“


Weitere 2,4 Millionen Euro investiert die Sportstätten GmbH in die Sanierung der Stadion-Nebengebäude. Dort werden neue Fenster eingebaut und die Heizungsanlage erneuert.


Von Peter Becker


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