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04.04.2003
PRESSEMITTEILUNG: SPD Köln

Köln, 04. April 2003Bald "Betreten-Verboten" Schilder an den Jahnwiesen?
SPD fordert: Keine Übertragung des Stadionumfeldes an die Sportstätten GmbH


Aus Sicht der SPD-Fraktion kann es nicht sein, dass an einer der wertvollsten Naherholungs- und Freizeitflächen - nämlich den Jahnwiesen - bald "Betreten erst nach Entrichtung der Benutzungsgebühr“ - Schilder aufgehängt werden, weil diese Flächen durch die Sportstätten GmbH kommerzialisiert werden sollen. Der Sport in Köln definiert sich im wesentlichen nicht über kommerzielle Veranstaltungen, sondern durch die sportlichen Aktivitäten aller Kölnerinnen und Kölner. Damit sind Jogger, Hobby- und Vereinsfußballer genauso gemeint wie die Familie, die Sonntags auf der Jahnwiese ein paar Bälle kickt. Das soll auch zukünftig so bleiben.

Im Sportpark Müngersdorf (das sind neben dem Rhein-Energie-Stadion die West- und die Ostkampfbahn sowie die Jahn- und die Vorwiesen) befinden sich rund 10% der gesamtstädtischen Großspielflächen. Hier gehen Kölnerinnen und Kölner jeder nur erdenklichen sportlichen Aktivität nach. Diese öffentlichen Nutzungsmöglichkeiten dürfen weder gefährdet noch eingeschränkt werden. Alleine die 12 Spielfelder im Sportpark Müngersdorf werden pro Woche an über 330 Stunden durch Gruppen von FreizeitsportlerInnen genutzt. Rechnet man alle unorganisierten Aktivitäten von Jugendlichen, Erwachsenen, Familien, Senioren und die Erholungssuchenden dazu, wird man schnell feststellen, dass das Gelände eines der wichtigsten Freizeitflächen dieser Stadt ist.

"Dass jetzt die Sportstätten GmbH für die wenigen benötigten Nutzungszeiten das Eigentum an dem gesamten Sportpark Müngersdorf beansprucht, um diesen zu professionell zu vermarkten, kann nicht im Interesse der Kölnerinnen und Kölner liegen", so Wolfgang Bosbach, sportpolitischer Sprecher der SPD-Ratsfraktion. "Für die restlichen 99% müsste das Sportamt diese Flächen beispielsweise zur Nutzung durch die Hobbyfußballer wieder zurück mieten. Dafür fehlen jedoch die finanziellen Möglichkeiten beim Sportamt der Stadt Köln.

"Bereits jetzt gibt es Schwierigkeiten im Ablauf bei der "Vermarktung" der Flächen, die sich im Besitz der Sportstätten GmbH befinden. Vereine müssen zum Beispiel im Albert-Richter-Radstadion zunächst die Flächen anmieten. Im Anschluss gehen sie eine Türe weiter in das Sportamt, um sich die dafür notwendigen Gelder über das bereits knappe Zuschussprogramm einzuwerben. Wolfgang Bosbach weiter: "Das dies jetzt zum Dauerzustand werden soll, kann ich nicht nachvollziehen. Und Ausweichflächen existieren nicht in ausreichendem Umfang.

Ich sehe keinen Grund, warum nicht die Sportstätten GmbH für die wenigen Veranstaltungen, wie jeder andere auch, die Flächen vom Sportamt anmietet. Das hat in der Vergangenheit gut funktioniert und der Breitensport ist von jeher kooperationsbereit. Für die Fußball WM 2006 bedürfen die reinen Sportflächen keiner Optimierung. Und was das Outfit der Wege und der Beleuchtung für die WM angeht: Dafür wird sich sicherlich eine finanzierbare Lösung finden lassen. Das Sperren des Stadionumfeldes für Familien und FreizeitsportlerInnen wäre ein zu hoher Preis."


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